Altes, amerikanisches Eisen… 0
Es muß ein bewölkter Samstag nachmittag gewesen sein, als vor ungefähr 17 Jahren die Weichen für eine meiner wohl größten Leidenschaften gestellt wurden. Ich habe damals meinen Vater zu seinem damaligen Arbeitsplatz bei einer Stahlwasserbau-Firma am Dortmunder Hafen begleitet. Warum wir an diesem Wochenende dorthin gefahren sind, weiß ich nicht mehr – sehr wohl ist mir aber die Maico 250, Bj. 81, in Erinnerung geblieben, die dort in der großen Lagerhalle untergestellt war. An diesem nachmittag habe ich das erste Mal bewusst Zweitakter-Gemisch geschnuppert. Hintendrauf, ohne Helm auf einer Vollcross-Maschine ohne Straßenzulassung – einmal durch das Industriegebiet. Von da an hat mich der Wunsch nach einem eigenen Motorrad nicht mehr losgelassen. Bis ich 15 war, habe ich mich damit „begnügen müssen“, den Arbeitskollegen meines Vaters, welcher der Besitzer der Maico 250 war, bei seinen Ausflügen zu Motocross-Strecken zu begleiten. Morgens früh raus, Motorräder auf den Tieflader und ab Richtung Sauerland… schwarzer Kaffee, belegte Brötchen, Öl und Benzin selbst mischen und die störrischen „Mopeds“ durch Kicken und Anschieben zum Starten bewegen. Danach als Sozius zwischen Lenker und Fahrer (dafür aber mit Helm und Protektoren), halb auf dem Tank sitzend, durch Dreck und Matsch, um Kurven schlittern und bergauf, bergab. Völlig eingedreckt, nach verbranntem Zweitakt-Gemisch riechend – so ging es dann abends wieder auf die Heimreise. Zehren konnte ich von diesen raren Erlebnisse immer noch lange Zeit danach. Besonders dann, wenn ich eine alte Suzuki RM 80 selbst um ein paar Ecken zirkeln durfte.
Als ich 15 war, habe ich für ca. 130 DM mein erstes Mofa (Piaggio Ciao) gekauft. Mit 16 eine Yamaha RD 50M, die ich nach 14 Tagen zu Schrott geritten habe. Kurz darauf die erste Yamaha DT 50 3MN, die mir Dank Polini, Malosi & Co., sowie jugendlichem Leichtsinn nicht nur fast die Chance auf einen „großen Führerschein“ verbaute, sondern auch für die ein oder andere „stabile Seitenlage“ sorgte. Die zweite DT 50, die eigentlich eine DT 125 war, wich nach einiger Zeit einer Yamaha XT 500. Es folgte eine wunderschöne Yamaha SR 500 48T, die heute in meiner Garage neben einer (pragmatischen) Kawasaki ER 6F steht. „Let the Good Times Roll“ – so wirbt Kawasaki bis heute vorwiegend im Cruiser-Bereich. Aber wenn man ehrlich ist: bei allen Vorteilen, die die modernen Nippon-Bikes mit sich bringen mögen – authentische „Good Vibrations“ kommen da (bei mir) nicht auf. Zumindest dann nicht, wenn man für einen Vergleich ein paar Dekaden zurückblickt. In den US-Bundeststaat Wisconson, nach Milwaukee.
Today, Harley-Davidson sells style. But there was a day when Harley-Davidson sold cutting edge performance motorcycles.
Harley-Davidson Knucklehead – The Restorer’s Guide (Greg Field)
Eine Harley-Davidson aus längst vergangenen Zeiten ist etwas ganz besonderes. Steelworker statt Fließbänder waren an der Fertigung von Motorrädern („Iron Horses“) beteiligt, Homologation in Anbetracht des damals herrschenden „Just-in-Time Inventory“ wohl eher ein Fremdwort.
Anyone who thinks he or she knows everything there is to know about Knuckleheads would be wise to remember that these bikes were hand-assembled from whatever parts happened to be in the bin at the time, not necessary with the parts the production engineers intended them to be fitted with.
Harley-Davidson Knucklehead – The Restorer’s Guide (Greg Field)
Hand-Assembling – die wohl treffendste Beschreibung für das, was in den nächsten Monaten, vermutlich auch Jahren, auf mich zukommt. Denn – ich möchte eine alte Harley-Davidson aus (Original-)Einzelteilen wiederaufbauen. Nicht mehr und nicht weniger. Der Duft von Benzin und Öl – die schmutzigen Hände, amerikanisches, altes Eisen – ich freue mich auf die Höhen und Tiefen, die Lehrstunden und vermutlich auch Reisen, die ein solches Projekt mit sich bringen wird und über die ich hier berichten werde.