Web 2.0 – das Mitmach-Internet 0

Wenn man mal von dem ganzen Hype absieht, dann ist Web 2.0 eigentlich ein gutes Schlagwort, um die Entwicklung des Internet-Charakters der letzten 5 Jahre beim Namen zu nennen. Die Versionierung macht besonders dann Sinn, wenn man das Internet nicht als Computer-Netzwerk, sondern als verteilte Anwendung versteht. Die neuen Funktionen der Version 2.0 sind in erster Linie interaktive und kollaborative Elemente, die aufgrund Ihrer Komplexität auch eine Fortentwicklung der verschiedenen Schnittstellen bedingt haben. Sowohl intuitive Benutzeroberflächen als auch maschinenlesbare Schnittstellen gehören zur Mindestanforderung, die an eine Web-Applikation dieser Version gestellt werden. Die Benutzerbarkeit einer Webanwendung entscheidet über Akzeptanz und Integration in das tägliche Leben – die maschinelle Vernetzbarkeit von Applikationen ermöglicht die plattformübergreifende Nutzung aus Anwendungen heraus und die Integration von bestehenden Diensten zur Erweiterung des Funktionspektrums einer Anwendung selbst. Mit Hinblick auf die Zukunft des Semantischen Webs wird gerade diese Interoperabilität eine spannende Sache, da der Markt irgendwann derart gesättigt sein wird, dass es nicht mehr um die Entwicklung neuer Dienste geht, sondern die größte Aufgabe die Verbindung der vielfältigen Anwendungen in verschiedensten Kontexten wird.

Anwendungen des Web 2.0

Bisher habe ich aus aktiver Anwendersicht wenig mit den etablierten Vertretern des Web 2.0 zu tun gehabt. Meine Sicht war eher theoretisch orientiert, sodass ich beispielsweise, noch bevor ich selbst einen Twitter-Account aktiv genutzt habe, Anwendungen auf Basis der Twitter-API entwickelt habe. Bedingt durch Beruf und Studium habe ich mittlerweile einen studiVZ- und Facebook-Account, nutze Skype, bin bei Xing und LinkedIn angemeldet und synchronisiere meine Macs seit Anschaffung des iPhones auch via mobileMe.

Datenschutz, Verschwörungstheorien und Gruppenzwang

Informatiker sind berufsbedingt skeptisch, was Datenschutz angeht. Ich habe mittlerweile erfahren, dass man sich in eine Art soziale Abseitsstellung begibt, wenn man kritisch die technische Möglichkeit zur Anfertigung von Persönlichkeitsprofilen, Bewegungsmustern und deren Mißbrauch zur Diskussion stellt. Dabei geht es gar nicht um die Notwendigkeit der Teilnahme am „Web-2.0-Leben“, da die Nutzen und Vorteile eindeutig den potentiellen Gefahren überwiegen – viel mehr geht es um die Informationen, die man preisgibt. In Zeiten von Bonusprogrammen, mobilem Internet und unzähligen, miteinander vernetzten Webservices ist das Vorhandensein solcher Profile schlicht und einfach Realität.

Welche Informationen machen Sinn?

Um mir mal einen genauen Überblick zu verschaffen, habe ich mich letzte Woche bei praktisch allen etablierten Webanwendungen angemeldet und mir deren Nutzen und Integrationsmöglichkeiten angeschaut. Die meisten Anwendungen waren dabei handwerklich hervorragend konzipiert und realisiert – doch trotz der angenehmen Benutzbarkeit und teilweise auch sehr sinnvollen Verbindung verschiedener Dienste untereinander habe ich keine Motivation, diese in meinen Alltag einfließen zu lassen. Ein paar Tage später habe ich mich daher von den meisten Accounts wieder getrennt, sodass ich am Ende nur die Profile (mit den nur jeweils notwendigsten Informationen) habe bestehen lassen, die praktisch keine regelmäßige Zuwendung benötigen und nur eine Art „sozialen Anker“ darstellen, um sowohl beruflich als auch privat zumindest die Option zur Teilnahme an verschiedenen Events zu haben, deren Kommunikation mittlerweile ausschließlich über das Internet stattfindet.

iPhone Web 2.0 Apps

Keine Freiberufler in Apple’s Appstore 2

Um Applikationen auf einem iPhone zu testen oder gar im Appstore zu deployen, muß man am (kostenpflichtigen) iPhone Developer Program teilnehmen. Zumindest dann, wenn man den offiziellen Weg über Profile, Zertifikate, Code-Signing & Co. gehen möchte.
Man kann sich bei der Anmeldung zum iPhone Developer Program entscheiden, ob man als Firma oder als Einzelperson auftreten möchte. Ein Firmenaccount ist immer dann notwendig, wenn man nicht alleine arbeiten und Teammitglieder im Developer-Portal hinzufügen möchte, sodass diese auch die Möglichkeit haben, Applikationen auf Endgeräten ohne einen eigenen Account zu testen. Um als Firma akkreditiert zu werden, ist eines der folgenden Dokumente notwendig:

- Extract from the trade register (“Handelsregisterauszug”)
- Extracts from the “GbR” (“Gewerbe-Anmeldung”) stating your Company Name
- A confirmation from the Federal Office of Finances with a sales tax identification number (“Bescheid über die Erteilung der Ust-INr.”)

Freiberufler verfügen im Regelfall jedoch weder über einen Eintrag im Handelregister, noch über eine Gewerbeanmeldung. Für Informatiker, als Angehöriger der wissenschaftlichen Berufe mit akademischer Graduierung, ist das auch nicht zwingend notwendig.
Aber mit einer Umsatzsteueridentifikationsnummer, ausgestellt auf meinen Namen, konnte ich dienen. Ebenso mit einem Nachweis über die Eintragung meines Firmennamens beim Deutschen Patent- und Markenamt. Auch mit einem extra von meinem Steuerberater angefertigten Schreiben, welches die gesetzliche Lage und die Verwendung eines Firmennamens erläutert. Ein Firmenlogo, Geschäftsbriefe, auf den Firmennamen registrierte Domains – alles das sollte doch in der Summe Nachweiskraft haben, oder? Für Apple scheinbar nicht.

Please note that we do not accept any other forms of identity for a company wishing to enroll for the Company iPhone Developer Program.

Demnach hat man als Freiberufler gemäß §18 EStG bzw. in Form einer Partnerschaft gemäß § 1 PartGG keine Möglichkeit, einen Firmenaccount zu bekommen. Und wer denkt, dass man einen Firmenaccount dann einfach ohne Firmennamen registrieren kann – so, wie es z.B. auch bei der Einrichtung des Geschäftskontos der Fall ist, der hat sich geirrt.

Please know that we have withdrawn your company iPhone Developer Program Enrollment.