Norton-Style Auspuffanlage (Handmade by Wulf Peppmöller) 7

Nach 5 Monaten Wartezeit hielt ich endlich ein Paket aus Viersen in der Hand. Nach dem Öffnen war klar: Das Warten hat sich gelohnt.
Wulf Peppmöller, für seine Handwerkskunst bekannt und längst kein Geheimtipp mehr, fertigt individuelle Einzelstücke nach Maß aus VA an. Für mein Café-Racer-Projekt sollte es ein Nachbau im Stil der Norton Commando werden. Dank eingeschlagener Typenkennzeichnung, des Kammersystems und der Verwendung mit einem Rahmen aus dem Jahre 1979 ist sogar eine TÜV-Eintragung möglich. Wulf Peppmöller gibt zudem eine Garantie auf Passgenauigkeit und Rostfreiheit. Mit 360,00 € für Endschalldämpfer, Krümmer und Flansch liegt man natürlich das ca. 7-fache über den optisch ähnlichen Krawalltüten, die es bei Louis & Co. gibt – aber ich denke nicht, dass ich den Unterschied in Bezug auf Rostanfälligkeit, Verarbeitung, Passgenauigkeit und vorallem „vernünftigem Sound“ und Leistung näher erläutern muß.
Jetzt stellt sich abschließend die Frage, ob ich den Auspuff in der Edelstahloptik belasse, oder…

  • (Schwarz-)Verchromen?
  • Binden?

In dieser Hinsicht bin ich mir noch unsicher, daher stelle ich die Entscheidung erstmal zurück. Nächster Meilenstein im Projekt ist ohnehin erstmal die Motorrevision und im Anschluß das Rolling Chassis.

Auspuffanlage - Peppmöller - Krümmer

Auspuffanlage - Peppmöller - Endschalldämpfer

Auspuffanlage - Peppmöller - Typenkennzeichnung

Auspuffanlage - Peppmöller - Kammersystem

Kontaktmöglichkeit zu Wulf Peppmöller

Wulf Peppmöller
Boisheimerstr. 15
41366 Schwalmtal-Dilkrath
Tel: 02163/1653
wulf[UNTERSTRICH]peppmoeller[AT]yahoo[PUNKT]de

31.500.000 Schritte in 28 Jahren 0

Oder 50.000 km – das ist die Laufleistung des Motors, den ich für mein Café-Racer-Projekt erstanden habe. Ungeöffnet und dementsprechend unverbastelt. Unverkennbar hat der Zahn der Zeit äußerlich am Motor genagt. Wie es innen aussieht, werde ich in den nächsten Wochen genau untersuchen müssen. Aber das ich doch einen 2J4-Motor von ‘81 in so kurzer Zeit finden konnte, der im eingebauten Zustand bereits jetzt problemlos anspringt und läuft… das hätte ich nicht erwartet.

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Drop the coin into the slot 4

„Altes, amerikanisches Eisen“ in Form einer Harley Davidson EL 61 – ein Traum, der für mich nicht so schnell Wirklichkeit werden wird. Jeder, der schon einmal versucht hat, an originale Rahmen, Motor und Ersatzteile zu kommen, wird an einen Punkt kommen, an dem man sich fragt, ob es nicht vielleicht doch realistischer ist, sich an einem Shovelhead aus den späten 1960er zu orientieren. Denn wenn man überhaupt ein rares Teil findet, dann ist es oftmals nicht nur der Preis, sondern auch der Zweifel an der Echtheit der Teile, die einen zögern lassen. Statt sich nun mit der zweitbesten Lösung zu begnügen, verfolge ich lieber vorerst ein weiteres Vorhaben, welches ebenfalls auf meiner Wunschliste steht.

Die Münze klickert in die Musikbox, die Taste des Wunschtitels rastet ein. Während sich die Schallplatte in Position bringt, schlendert der junge Bursche Richtung Ausgang des Ace Café, bindet den typischen weißen Schal unterm Kragen der Lederjacke und setzt seinen Helm auf. Mit dem Tonarm senkt sich der Kickstarter, zwei Sekunden und Gasstöße später entert der Pilot die Nord-Tangente Londons, rast auf einem gefährlichen Rundkurs durch die nächtliche Stadt. In den 1950er Jahren verwächst das Stakkato von hämmernder Musik und aufgemöbelter Hobel zum sogenannten „Record Racing“, bei dem die schwarze Vinylscheibe die Zeitnahme ist: Bevor Gene Vincents „Race With The Devil“ oder „She’s A Bad Motorcycle“ von den Crestones verklungen ist, muß der Held wieder in der Bar sein. Mancher kommt allerdings überhaupt nicht zurück und stirbt auf regennassem Pflaster.

(„Cafe Racer“, Stephan H. Schneider)

Ein Café Racer – aus Teilen, die im Schnitt nicht jünger als 30 Jahre sein sollen und in einer Form, die dem Mythos der Ton-Up-Racer gerecht wird. Zugegeben, das setzt auch bei diesem Projekt die Messlatte recht hoch. Aber die Wahrscheinlichkeit, ein solches Projekt auch 2010 erfolgreich meistern zu können, ist realistisch. Besonders dann, wenn man erstklassiges Anschauungsmaterial hat, umfangreiche (Ersatz-)Teile zur Verfügung stehen und eine lebendige Szene („online“/ „offline“) existiert.
Da ich selbst seit einiger Zeit mit großer Begeisterung eine Yamaha SR500 (48T, „British Classic“) fahre, liegt es nahe, sich eine weitere SR anzuschaffen und diese umzubauen. Natürlich hätte es auch ein stilechter Zweizylinder in Form einer Yamaha XS 650 werden können – oder direkt eine Engländerin (BSA, Triumph, Norton & Co.). Aber der 500ccm-Einzylinder hat mich nun einmal derart überzeugt, dass ich (voerst) gar nichts anderes ausprobieren möchte.

Seit letzter Woche wartet daher ein 1979er Rahmen auf seine Wiederauferstehung in meiner Garage:

Rahmen, Yamaha SR 500 2J4 1979

Rahmen, Yamaha SR 500 2J4 1979

Die Freizeitbeschäftigung für nasse Herbsttage und kalte Winterabende ist somit gesichert. Denn neben der Rahmenrestauration benötige ich nun noch einen Motor, den ich dann gemeinsam mit der Hilfe zweier Freunde wieder zu altem Glanz und Ruhm verhelfen möchte.

Altes, amerikanisches Eisen… 0

Es muß ein bewölkter Samstag nachmittag gewesen sein, als vor ungefähr 17 Jahren die Weichen für eine meiner wohl größten Leidenschaften gestellt wurden. Ich habe damals meinen Vater zu seinem damaligen Arbeitsplatz bei einer Stahlwasserbau-Firma am Dortmunder Hafen begleitet. Warum wir an diesem Wochenende dorthin gefahren sind, weiß ich nicht mehr – sehr wohl ist mir aber die Maico 250, Bj. 81, in Erinnerung geblieben, die dort in der großen Lagerhalle untergestellt war. An diesem nachmittag habe ich das erste Mal bewusst Zweitakter-Gemisch geschnuppert. Hintendrauf, ohne Helm auf einer Vollcross-Maschine ohne Straßenzulassung – einmal durch das Industriegebiet. Von da an hat mich der Wunsch nach einem eigenen Motorrad nicht mehr losgelassen. Bis ich 15 war, habe ich mich damit „begnügen müssen“, den Arbeitskollegen meines Vaters, welcher der Besitzer der Maico 250 war, bei seinen Ausflügen zu Motocross-Strecken zu begleiten. Morgens früh raus, Motorräder auf den Tieflader und ab Richtung Sauerland… schwarzer Kaffee, belegte Brötchen, Öl und Benzin selbst mischen und die störrischen „Mopeds“ durch Kicken und Anschieben zum Starten bewegen. Danach als Sozius zwischen Lenker und Fahrer (dafür aber mit Helm und Protektoren), halb auf dem Tank sitzend, durch Dreck und Matsch, um Kurven schlittern und bergauf, bergab. Völlig eingedreckt, nach verbranntem Zweitakt-Gemisch riechend – so ging es dann abends wieder auf die Heimreise. Zehren konnte ich von diesen raren Erlebnisse immer noch lange Zeit danach. Besonders dann, wenn ich eine alte Suzuki RM 80 selbst um ein paar Ecken zirkeln durfte.

Als ich 15 war, habe ich für ca. 130 DM mein erstes Mofa (Piaggio Ciao) gekauft. Mit 16 eine Yamaha RD 50M, die ich nach 14 Tagen zu Schrott geritten habe. Kurz darauf die erste Yamaha DT 50 3MN, die mir Dank Polini, Malosi & Co., sowie jugendlichem Leichtsinn nicht nur fast die Chance auf einen „großen Führerschein“ verbaute, sondern auch für die ein oder andere „stabile Seitenlage“ sorgte. Die zweite DT 50, die eigentlich eine DT 125 war, wich nach einiger Zeit einer Yamaha XT 500. Es folgte eine wunderschöne Yamaha SR 500 48T, die heute in meiner Garage neben einer (pragmatischen) Kawasaki ER 6F steht. „Let the Good Times Roll“ – so wirbt Kawasaki bis heute vorwiegend im Cruiser-Bereich. Aber wenn man ehrlich ist: bei allen Vorteilen, die die modernen Nippon-Bikes mit sich bringen mögen – authentische „Good Vibrations“ kommen da (bei mir) nicht auf. Zumindest dann nicht, wenn man für einen Vergleich ein paar Dekaden zurückblickt. In den US-Bundeststaat Wisconson, nach Milwaukee.

Today, Harley-Davidson sells style. But there was a day when Harley-Davidson sold cutting edge performance motorcycles.

Harley-Davidson Knucklehead – The Restorer’s Guide (Greg Field)

Eine Harley-Davidson aus längst vergangenen Zeiten ist etwas ganz besonderes. Steelworker statt Fließbänder waren an der Fertigung von Motorrädern („Iron Horses“) beteiligt, Homologation in Anbetracht des damals herrschenden „Just-in-Time Inventory“ wohl eher ein Fremdwort.

Anyone who thinks he or she knows everything there is to know about Knuckleheads would be wise to remember that these bikes were hand-assembled from whatever parts happened to be in the bin at the time, not necessary with the parts the production engineers intended them to be fitted with.

Harley-Davidson Knucklehead – The Restorer’s Guide (Greg Field)

Hand-Assembling – die wohl treffendste Beschreibung für das, was in den nächsten Monaten, vermutlich auch Jahren, auf mich zukommt. Denn – ich möchte eine alte Harley-Davidson aus (Original-)Einzelteilen wiederaufbauen. Nicht mehr und nicht weniger. Der Duft von Benzin und Öl – die schmutzigen Hände, amerikanisches, altes Eisen – ich freue mich auf die Höhen und Tiefen, die Lehrstunden und vermutlich auch Reisen, die ein solches Projekt mit sich bringen wird und über die ich hier berichten werde.